Wolfgang Freund – CRATES

Ausgediente Kunsttransportkisten werden selbst zu Kunst. In seinem aktuellen Projekt beschäftigt sich Wolfgang Freund, der nebenberuflich in einer Kunstspedition arbeitet, mit Verpackungsmaterialien, die in der internationalen KunstLogistik zum Einsatz kommen. Hochwertige Arbeiten renommierter Künstler werden geschützt in Holzkisten verpackt, von Künstlern, Sammlern, Galerien und Museen verschickt. Speziell maßangefertigte Kisten kommen einmalig, in Ausnahmefällen mehrfach, zum Einsatz. Anschließend werden diese entsorgt. Diese Kisten haben oft lange Wege hinter sich, sind durch viele Hände gegangen und haben durch Mehrfachverstempelung und Gebrauch eine ganz eigene, raue Patina erhalten.
Freund sammelt diese Kisten und arbeitet sie auf. Deckel und Innenausstattung werden entfernt, die rohe Kiste steht als Trägermedium zu Verfügung. Kisten als künstlerisches Ausgangsmaterial wurden beispielsweise von Marcel Duchamp, Joseph Cornell und sogar Schauspieler Tony Curtis verwendet. Einzigartig ist bei Freund die Nutzung von Kunsttransportkisten. Die Aura des Weges durch den Kunstmarkt wird in das neue Werk mitaufgegriffen und weiterverarbeitet.
Freund gebraucht unterschiedlichste Materialien in der Weiterverarbeitung, Lacke, Schrauben, MDF, Styrodur u.ä. Die meisten Arbeiten werden „verzahnt“. Die Kisten stellen aufgerissene Mäuler mit scharfen Zähnen dar. Kapitalismuskritik – Rough! Sie schreien! Es kommen fluoreszierende Farben zum Einsatz um die Expression noch zu verstärken. In der allzeitigen Bilderflut von Sensationsnachrichten, gepaart mit der täglichen Gier nach entsprechenden Bildern, gipfelt die künstlerische Reflektion in eine einzige menschliche Reaktion, dem Schrei.

Einladung

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